Glossar

Akupressur: Massieren von Akupunkturpunkten mittels verschiedener Drucktechniken. Die Wirkung ist im Vergleich zur Akupunktur (s. dort) geringer.

Akupunktur: Stechen von Akupunkturpunkten zwecks Stimulation der Energiezirkulation durch die Meridiane und die dazu gehörigen inneren Organe. Ist beispielsweise das Qi gestaut, kann es mittels Nadelreiz wieder zum Fließen gebracht werden. Dies kann der Patient je nach Lokalisation als leichtes Elektrisieren, als Ausstrahlen, Druckgefühl oder Wärme wahrnehmen. Die Akupunktur kann sowohl eine Sofort- als auch eine Langzeitwirkung zeigen.

Fünf-Elemente-Ernährung: Alle Lebensmittel werden nach ihrem Temperaturverhalten (kalt, kühl, neutral, warm, heiß) und ihren geschmacklichen Eigenschaften (süß, scharf, salzig, sauer, bitter) eingeteilt. Letztere repräsentieren die fünf Elemente Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer, woraus die materielle Welt zusammengesetzt ist.

Kräutermedizin: Etwa 3000 Arten von „Arzneimitteln“ werden gemäß Befund für jeden Patienten individuell in verschiedenen Rezepturen kombiniert. Sie sind alle natürlicher Herkunft, die meisten pflanzlich, einige wenige mineralisch oder tierisch.

Jing: Diese „Lebensessenz“ wird auch als „Samen des Lebens“ bezeichnet und ist die Kraft des Wachsens und Werdens.

Meridiane: 14 untereinander verbundene „Leitbahnen“, die das Körperinnere mit den äußeren Partien verbinden und die Kommunikation zwischen den inneren Organen gewährleisten. In den Meridianen zirkuliert die Lebensenergie „Qi“, die im Bereich der Akupunkturpunkte an die Körperoberfläche gelangt. Es gibt 12 Haupt-Meridiane, die paarweise (Yin/Yang) in Verbindung mit den Zang-Fu-Organen stehe, sowie 2 Neben-Meridiane.

Moxibustion: Punktuelle Wärmebehandlung mit getrocknetem Beifußkraut, wobei Akupunkturpunkte allein oder zusätzlich zur Nadelung erhitzt werden.

Pulsqualitäten: Unterschieden werden 28 Pulsqualitäten bei oberflächlichem, mittlerem und tiefem Fingerdruck des Untersuchers an je drei Stellen an beiden Handgelenken des Patienten. Es handelt sich um das wichtigste diagnostische Verfahren in der TCM, wobei die Organsysteme mit ihren Energien getastet werden.

Qi: Energie, die den gesamten Kosmos durchzieht und alles Lebendige bedingt. Qi-Mangel ist eine der häufigsten Ursachen für Krankheit. Hierbei werden vier Arten von Qi unterschieden: Yuan-Qi (ererbte Lebenskraft), Ying-Qi (aus der Nahrung gewonnen), Zong-Qi (mit dem Atem aufgenommen), Wei-Qi (körpereigene Abwehr).

Qi-Gong: Meditative Atem- und Bewegungsübungen, bei denen man sich auf einen bestimmten Punkt des Körpers oder Geistes konzentriert. Ziel der Übungen ist der freie Fluss des Qi.

Schröpfen: Auflegen von erhitzten Glaskugeln, die beim Abkühlen ein Vakuum bilden, auf die Körperoberfläche, wodurch ein Saugreiz erzeugt wird, der die Durchblutung anregt. Es kann auch blutig geschröpft werden, um sogenannte pathogene Faktoren auszuleiten.

Shen: Der Begriff umfasst Bewusstsein („Geist“) und Gefühle („Seele“). Shen wird im Herz gespeichert und zeigt sich in den Augen.

Tai-Chi: „Schattenboxen“, das durch langsame, fließende, runde Bewegungen gekennzeichnet ist und bei dem die Atmung eine wichtige Rolle spielt. Körper und Geist entspannen sich.

Tuina-Massage: Manuelle Reizung der Meridiane durch „schieben“ (tui) und „kneifen“ (na).

 Yin/Yang: Universelles Weltgesetz, das besagt, dass in der wahrnehmbaren Welt nichts existieren kann, ohne dass es nicht auch gleichzeitig sein polares Gegenteil gibt. Yin symbolisiert die Schattenseite, das Dunkle, Kühle, Ruhige, Strukturelle, Weibliche, Yang dagegen die Sonnenseite, dass Helle, Warme, Bewegte, Funktionelle, Männliche.

Zang-Fu-Organe: Sammelbegriff für die inneren Organe, welche in fünf Speicher-Organe (Milz/Pankreas, Lunge, Niere, Leber, Herz) und fünf dazugehörige Hohl-Organe (Magen, Dickdarm, Blase, Gallenblase, Dünndarm) eingeteilt werden. Organische und psychische Komponenten werden gleichermaßen berücksichtigt.

Zungenkörper/-belag: Rund 80 Manifestationszustände des Zungenzustands bilden die Basis für die chinesische Diagnosestellung. Zungenform und -farbe sowie die Beschaffenheit des Belags weisen auf verschiedene Krankheiten und deren Entwicklungsstadien hin.